Sugar MMFK

Joao Michel Diau erblickt im Jahr 1993 in einem Krankenhaus in Linz am Rhein als erstes Baby angolischer Herkunft das Licht der Welt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nichts von dem Weg und den Strapazen, die seine Eltern im Vorfeld durchlebten. In ihrer Heimat Luanda, der Hauptstadt Angolas, herrscht Bürgerkrieg und sie wagen die Flucht nach Deutschland, um ihrem Sohn ein sicheres Umfeld bieten zu können.

Die spätere Wahlheimat Bonn lehrt Joao jedoch früh, wie hart auch das Leben auf der Straße zugehen kann.

In seinem Viertel Bonn-Medinghoven versteht er schnell, was es heißt, sich zu beweisen und bekommt auch hier seinen Künstlernamen Sugar MMFK verpasst. Der Namenszusatz steht gleichsam für die Attitüde, die Sugar an den Tag legt: „Mit mir fickt keiner“.

Anders als bei vielen anderen, handelt es sich hierbei nicht um hohle Phrasendrescherei oder ein übersteigertes Selbstbewusstsein – Sugar verkörpert diese Lebenseinstellung mit all seinen Taten und Worten.

Diese Worte verpackt er bald in seine ersten musikalischen Gehversuche und läutet im Jahr 2015 den Beginn seiner Rap-Karriere durch den Track „Verlorene Stadt“ ein. Thematisch präsentiert Sugar die ungeschönte Wahrheit, die er tagtäglich hautnah erlebt. Für Fiktion ist hier kein Platz. US-Rap, allen voran 50 Cent, hat den größten künstlerischen Einfluss auf Sugar und ist ihm in den frühen Jahren eine wichtige Inspirationsquelle, was Lyrics und Style betrifft. Inspiration ist das eine, dennoch fand Sugar schnell seinen eigenen Style, der ihn fortan unverwechselbar machen sollte. Mit unendlichem Eifer arbeitet er kontinuierlich an seinen Fähigkeiten und dies sollte sich schon bald auszahlen.
Die Relevanz von französischem Rap für die deutsche Hiphop Kultur ist seit jeher indiskutabel. Als die französische Rap-Ikone Booba eines seiner legendären Deutschland-Konzerte spielt, war der Andrang selbstverständlich enorm. Sugar hatte sich in der Rap-Welt bis dato solch einen Ruf erarbeitet, dass ausgerechnet er die Chance bekam, als offizieller Support Act vor Booba live aufzutreten – all das lediglich ein Jahr nach seinem Debüt.

Im Frühjahr 2018 öffnete sich für Sugar ein weiteres, erfolgsversprechendes Kapitel in seiner Karriere: Er unterschreibt einen Vertrag beim Label Bantu Nation. Nur kurze Zeit später wird das Label von Chapter ONE/ Universal Music unter Vertrag genommen.

Mit seiner neuen Labelheimat im Rücken zeigt Sugar direkt, was Deutschrap von ihm zu erwarten hat und trumpft mit seiner EP „Allô Allô“, sowie starken Singles wie „Gut vernetzt“ und „Trikot von Paris auf“. Das Markenzeichen von Sugar MMFK und Banu Nation ist gesetzt und man darf gespannt sein, was sie Deutschrap in Zukunft präsentieren werden.