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Gizmo Varillas

In den letzten Jahren, in denen die Politik mehr und mehr nach innen gerichtet ist, man möchte vorsichtig nationalistisch sagen, kann man Gizmo Varillas  Musik  als genau gegenteilig sehen.  Seine Musik eröffnet ohne Frage eine starke Abhilfe gegen die erschreckenden Schlagzeilen, die sich dieser Tage auftürmen. Sein kommendes Album „Dreaming Of Better Days“ nimmt sich den dunklen Seiten der Menschheit an und sucht in diesen das Licht. Das ist eine Qualität, die man sowohl als selten wie auch unverzichtbar ansehen kann.

„Ich bin ein hoffnungsloser Romantiker“, gibt Varillas gerne zu, „Ein Optimist, ganz sicher“. Wir hören so viel Negatives über die Welt, aber ich versuche immer, mich auf die bessere Seite der Menschheit zu fokussieren. Wenn ich nur die Nachrichten hören würde, hätte ich eine verzogene Version der Realität. Ich weiß aber, dass da eine Welt voll von guten Menschen ist.“ Varillas Überzeugungen sind in der Stimmung seiner Musik klar erkennbar, die sich auf die warmen Klänge seiner spanischen Wurzeln genauso beruft wie auf umfassendere musikalische Quellen und sich einer gewaltigen Anzahl von exotischen Instrumenten bedient, um beneidenswerte und reizvoll bittersüße – aber trotzdem nicht weniger als übersprudelnde – Sounds zu erschaffen.

Auch wenn man die dominierende Stimmung in Varillas Musik als „feel-good“ beschreiben könnte, täuscht dies nicht über die Tiefe der Gefühle in ihr. Es stimmt, dass er sich an seinem nahezu enzyklopädischen Wissen über farbenfrohe Rythmen aus der ganzen Welt bedient: Rumba und Flamenco seiner Heimat, lateinamerikanische Salsas, Tangos und Bossa Novas, afrikanischen Highlife und Mali Blues, Calypso und Soca. Aber die fröhlichen Tempi sind oft untermalt von wehmütigen Melodien und der Anerkennung düsterer Elemente des Lebens. Varillas Methode hat bisher gut funktioniert. Sein letztes Album „El Dorado“ wurde zum Beispiel von „UK’s Classic Pop“ zu einem der Top Zehn Alben aus 2017 genannt. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Album, das universelle Werte aller Arten anspricht, so im Konflikt mit der Welt als Ganzes steht, aber das ist ein weiterer Grund dafür, dass „Dreaming of Better Days“ ein Publikum verdient.

“Die heutigen Medien und der Lebensstil lassen Menschen glauben, dass ihr Leben nicht gut genug ist und dass sie nicht gut genug sind.“, schließt Varilas. „Wir haben hohe Erwartungen und Druck, die in bestimmter Weise unerreichbar sind, also werden wir unglücklich. Wir neigen dazu, uns auf kleine oberflächliche Themen zu konzentrieren, obwohl wir Teil von etwas Größerem sind. Wenn wir uns nur damit beschäftigen würden, wären da so viele Dinge, die wir tun können, um die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen. Meine Botschaft ist Hoffnung. Ich will nicht, dass irgendjemand das als Naivität missversteht: Ich musste auch durch problematische Dinge und ich weiß, wie hart die Welt sein kann. Ich wünsche mir nur, dass wir alle ein bisschen stärker versuchen, uns gegenseitig auszuhelfen, das ist alles!“