SnohAalegra

Snoh Aalegra

Snoh Aalegra, gebürtige Schwedin mit persischen Wurzeln, unterschrieb ihren ersten Plattenvertrag mit 14 Jahren. Mittlerweile ist die begnadete Sängerin und Songwriterin 28 Jahre alt und hat im vergangenen Oktober mit „Feels“ endlich ihr erstes Album veröffentlicht. Was hat die großartige Musikerin all die Jahre dazwischen gemacht? Sie hat ihre eigene künstlerische Stimme gesucht, gefunden und geschärft – und reüssiert daher nun mit einem ersten Longplayer, der weitaus eigenständiger und unverwechselbarer daherkommt, als man dies von Debütanten sonst kennt. Denn Snoh Aalegra ging es nie um den schnellen Erfolg, sondern schon immer nur darum, genau die Musik zu machen, die sie in sich spürt. Dies ist ihr mit „Feel“ sowie den beiden zwischen 2014 und 2016 erschienenen EPs „There Will Be Sunshine“ und „Don’t Explain“ gelungen. Die mittlerweile in Los Angeles lebende Künstlerin hat sich mit diesen wenigen Veröffentlichungen nicht nur einen festen Namen in der aktuellen Soul-Szene gemacht. Sie wird von vielen Medien obendrein als der kommende Stern des R’n’B beschrieben.

Musik war die erste Liebe für die Tochter eines persischen Immigranten-Ehepaars, das kurz vor ihrer Geburt nach Schweden ausgewandert war. Bereits im Alter von neun Jahren schrieb sie ihre ersten eigenen Songs und nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um auch live aufzutreten. Im Rahmen eines Nachwuchs-Talentwettbewerbs wurde bereits 2004 ein A&R-Manager von Sony Music auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Statt einer frühen Karriere als Teenie-Star musste Snoh Aalegra aber zunächst einmal die Höhen und vor allem Tiefen der Musikbranche kennenlernen. Sie erfuhr, wie es ist, wenn man als junge Künstlerin kaum Mitspracherecht hat über die Produktionen und Arrangements ihrer Stücke, zudem wollte man sie aufbauen als eine Interpretin von Songs anderer Autoren, anstatt dass sie ihre eigenen Stücke singen darf.

All dies kam für Snoh Aalegra, die sich in ihren ersten Jahren schlicht Snoh nannte, aber nicht infrage. Und so wurde ihr erster Vertrag wieder aufgelöst, ohne dass je etwas erschienen war. Ihr Dickkopf sollte sich indes auszahlen, denn nun strahlt der Stern ihrer künstlerischen Individualität gleich mit den ersten Veröffentlichungen umso heller. Sie ließ sich viele Jahre Zeit, um letztlich genau die Musik mit genau den Produzenten zu machen, die ihr vorschwebte. In der Zwischenzeit verdiente sie ihr Geld unter anderem als häufig gebuchtes Model.

Erste Aufmerksamkeit erhielt sie 2014, als mit „There Will Be Sunshine“ eine erste EP erschien. Schon damals nahm sie No I.D., der „Godfather of Chicago Hip-Hop“, unter ihre Fittiche und kreierte für sie einen ganz speziellen Sound: In den Melodien durchaus zugänglich, sind es indes Produktionen, die in ihrer Eigenheit und Unkonventionalität einige Durchläufe benötigen, um sich beim Hörer wirklich festzusetzen. Der Gewinn an reiner Emotionalität und künstlerischer Authentizität ist dafür umso höher.

Seither arbeitete Snoh Aalegra, die nun seit zwei Jahren primär von Los Angeles aus ihre Karriere vorantreibt, mit zahlreichen renommierten Produzenten zusammen. Wu-Tang Clan-Vordenker The RZA schrieb ihr etwa den brillanten Track „Emotional“ auf den Leib, für ihr aktuelles Album „Feels“ arbeitete sie unter anderem erneut mit No I.D. sowie Vince Staples, Vic Mensa und Timbuktu zusammen. Insbesondere die US-Medien sind voll des Lobes und beschrieben ihre Musik bereits als „Adele und Amy Winehouse gehen zusammen in den Club“. Das klingt weitaus hilfloser und konstruierter als ihre eigene, sehr schlichte Beschreibung: „Cinematic Soul“.